Deutscher Gewerkschaftsbund

17.08.2017

Darmstädter Erklärung für eine gerechte Rente.

Der Sinkflug des Rentenniveaus muss gestoppt, die gesetzliche Rente als zentrale Säule der Alterssicherung muss gestärkt und das Rentenniveau wieder deutlich angehoben werden.

Altersarmut ist schon heute ein Problem und wird sich in Zukunft erheblich verschärfen, wenn nicht jetzt gegengesteuert wird. Auch die heute Jungen brauchen eine Rente, die vor sozialem Abstieg schützt, den Lebensstandard sichert und ein gutes Leben ermöglicht.

Das Darmstädter Netzwerk für eine gerechte Rente setzt sich für folgende Ziele ein:

Rücknahme der Kürzungsfaktoren aus der Rentenformel. Das Rentenniveau muss mindestens 50 Prozent betragen
Dynamisierung der Renten durch Koppelung der Renten an die allgemeine Lohnentwicklung
Deutliche Aufwertung der Renten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die jahrzehntelang im Niedriglohnsektor für wenig Geld gearbeitet haben oder arbeitslos wurden durch eine Rente nach Mindestentgeltpunkten. Wer lange Jahre wenig verdient, bekäme mehr Rentenpunkte und damit eine deutlich höhere Rente. Das würde insbesondere Frauen und Arbeitnehmer/innen mit niedrigen Löhnen helfen.  
Einführung eines Freibetrages für Grundsicherungsempfänger/innen, damit Rentenerhöhungen gerade bei den Bedürftigsten ankommen, und nicht mit der Grundsicherung verrechnet werden
Deutliche Verbesserung der Erwerbsminderungsrenten, Erleichterung des Zugangs und bessere finanzielle Ausgestaltung
Faire Anrechnung von Zeiten der Kindererziehung und der Pflege von Angehörigen
Keine weitere staatliche Förderung von neuen „Riester“-Verträgen, von der die großen Versicherungskonzerne profitieren. Die staatliche Förderung ist ausschließlich auf die Stärkung der gesetzlichen Rente zu konzentrieren.
Wiederherstellung der paritätischen Finanzierung der Rentenversicherung durch Arbeitnehmer/innen und Arbeitgeber
Rücknahme der Erhöhung des Renteneintrittsalters
Ausbau von guten und vom Arbeitgeber mitfinanzierten Betriebs-, Branchen- und Zusatzrenten
Schluss mit dem Griff in die Rentenkasse. Gesamtgesellschaftliche Aufgaben wie die Mütterrente und die längst überfällige Angleichung der Ostrenten an die Westrenten müssen steuerfinanziert werden
Wiederherstellung der Ordnung auf dem Arbeitsmarkt: Bekämpfung von Tarifflucht, Ausweitung der Tarifbindung, Durchsetzung des Prinzips „Gleiche Arbeit - Gleiches Geld“, Abschaffung der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverträgen, deutliche Lohnerhöhungen, Dynamisierung des gesetzlichen Mindestlohns
Perspektivisch: Umbau der Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung unter Einbeziehung von Selbständigen und Beamtinnen und Beamten
Finanzierung einer starken Solidarrente durch eine gerechte Besteuerung von Spitzeneinkommen, Unternehmergewinnen, großen Vermögen und hohen Erbschaften
Alle diese Forderungen sind machbar und finanzierbar.

Sie müssen eingebettet werden in die grundlegende Forderung:

Reichtum umverteilen! Ein gerechtes Land für alle!

 


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