Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 215 - 07.02.2017

Der Odenwaldkreis braucht auch in Zukunft hochwertige Industriearbeitsplätze - DGB Nördlicher Odenwaldkreis: Gespräch mit dem Betriebsrat von Pirelli und Solidarität mit den Beschäftigten von Vibracoustic

Betriebsratsvorsitzender Christian Grünewald und der Stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Yalcin Hazneci informierten anschaulich über die aktuelle Situation bei Pirelli. Die rund 2.600 Beschäftigten im Werk Sandbach produzieren jährlich rund 6 Millionen PKW-Reifen und 1,7 Millionen Motorradreifen. Mit einem Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro trägt das Werk deutlich zum Unternehmensergebnis des weltweit tätigen Pirelli-Konzerns mit Sitz in Mailand bei. Zur Zeit sind im Werk 90 Auszubildende beschäftigt, jährlich werden rund 30 neue Auszubildende eingestellt, „um den Fachkräftebedarf der Zukunft zu decken“, betonte Christian Grünewald. „Damit geben wir zugleich jungen Menschen im Odenwald eine Zukunftsperspektive“. Neben dem 21 köpfigen Betriebsrat gibt es bei Pirelli auch eine Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) mit fünf Mitgliedern: „Alle Betriebsräte und alle JAV-Mitglieder sind gewerkschaftlich organisiert“. Der Pirelli-Betriebsrat unternimmt für die rund 300 Leiharbeiter große Anstrengungen zur Durchsetzung des Prinzips „Gleiche Arbeit - Gleiches Geld“: „Wir sind hier auf einen guten Weg, benötigen aber deutlich mehr Unterstützung von der Politik. Der Gesetzgeber muss Leiharbeit wieder auf sachlich begründete Ausnahmen zurückführen, zeitlich deutlich enger befristen und verbindlich gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit vorschreiben“. Yalcin Hazneci und Christian Grünewald lobten ausdrücklich das gute Betriebsklima innerhalb der multikultuerellen Belegschaft: „Bei uns arbeiten Menschen aus verschiedenen Nationen und Kulturen gut zusammen. Das ist gelebte Integration“.

Für die IG BCE und den DGB ist klar, dass der Odenwaldkreis auch in Zukunft hochwertige und gut bezahlte Industriearbeitsplätze braucht: „Die Grundlage der Wertschöpfung ist die industrielle Produktion“. Der DGB Nördlicher Odenwaldkreis erklärt sich in diesem Zusammenhang ausdrücklich mit den Beschäftigten des Vibracoustic-Werks in Neustadt solidarisch, die für den Erhalt ihrer 240 Arbeitsplätze kämpfen: „An den Arbeitsplätzen hängt die Existenz zahlreicher Familien. Viele der Beschäftigten haben Kinder“, machte die DGB-Ortsverbandsvorsitzende Alexandra Lutz deutlich. IG BCE und DGB setzen sich gemeinsam dafür ein, die Arbeitsplätze im Werk Neustadt in der Region zu halten: „Wir werden hierbei den milliardenschweren Freudenberg-Konzern, zu dem Vibracoustic gehört, mit Nachdruck an seine soziale Verantwortung und seine soziale Verpflichtung erinnern“.

DGB-Kreisvorsitzender Harald Staier betonte: „Gute Arbeit und anständige Löhne fallen nicht vom Himmel, sondern müssen immer wieder neu erkämpft werden. Deshalb sind starke Gewerkschaften und ein starker DGB unverzichtbar“. Jürgen Glaser, Bezirksleiter der IG BCE, unterstrich: „Gewerkschaft bezieht ihre Kraft und ihre Stärke aus der Summe und dem Engagement ihrer Mitglieder. Je mehr wir sind, umso mehr können wir für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durchsetzen“. DGB-Regionssekretär Horst Raup machte deutlich: „Entscheidend für die Durchsetzung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen und guten Löhnen ist die gewerkschaftliche Organisationen der Beschäftigten. Gute Löhne ermöglichen ein gutes Leben und sind zugleich der beste Schutz gegen Altersarmut“.


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