Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 208 - 19.12.2016

DGB Reinheim fordert einen grundlegenden Kurswechsel in der Rentenpolitik und eine deutliche Erhöhung des Rentenniveaus

 

„Altersarmut ist eine tickende Zeitbombe, die dringend entschärft werden muss“

In einem der reichsten Länder der Welt steht die massenhafte Rückkehr von Altersarmut bevor“. Mit einer großangelegten Kampagne wollen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften die Rentenpolitik bei der anstehenden Bundestagswahl im Herbst 2017 zum zentralen politischen Thema machen. Ziel der Gewerkschaften ist es, den freien Fall des Rentenniveaus zu stoppen, die gesetzliche Rente als zentrale Säule der Alterssicherung zu stärken und das Rentenniveau wieder deutlich zu erhöhen.

Gewerkschaftssekretär Raupp machte deutlich: „Altersarmut ist eine tickende Zeitbombe mit enormer sozialer Sprengkraft, die dringend entschärft werden muss. Deshalb brauchen wir einen grundlegenden Kurswechsel in der Rentenpolitik. Wir wollen die gesetzliche Rente stärken, damit auch diejenigen, die heute jung sind, im Alter eine Rente bekommen, von der sie gut leben können. Die Gewerkschaften kämpfen für gute Löhne und für gute Renten - das ist Generationengerechtigkeit“. Raupp verwies darauf, dass in Deutschland 73 Millionen Menschen in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind: „Für die allermeisten ist die gesetzliche Rente die wichtigste und meist auch die einzige Altersversorgung. Die Rentenpolitik und die Höhe des Rentenniveaus geht uns also alle an“. Das von Arbeitsministerin Andrea Nahles vorgelegte Rentenkonzept bezeichnete der Gewerkschaftssekretär als „völlig ungenügend, um die zunehmende Armut im Alter wirksam zu bekämpfen“.

DGB-Ortsverbandsvorsitzende Marikka Tesar unterstrich: „Mit dem Sinkflug des Rentenniveaus produziert die Politik sehenden Auges Altersarmut, die bis weit in die Mitte der Gesellschaft hineinreicht“. Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sei schon heute absehbar, dass ihre Rente nicht einmal das Niveau der staatlichen Grundsicherung erreichen werde. „Deshalb kommt die DGB-Rentenkampagne, die wir auch in Reinheim mit Veranstaltungen und Aktionen aktiv unterstützen werden, genau zum richtigen Zeitpunkt“. Einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit erteilt der DGB Reinheim eine klare und deutliche Absage: „Die Erhöhung des Renteneintrittsalters ist ein reines Rentenkürzungsprogramm. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schaffen es schon heute nicht gesund und in Arbeit bis 65 geschweige denn bis 67 und länger“.


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