Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 229 - 03.07.2017

Atypische Beschäftigung ist auch im Kreis Bergstraße auf dem Vormarsch -DGB Bergstraße fordert: das tariflich geschützte Normalarbeitsverhältnis muss wieder die Regel werden.

Während sich die Zahl der abhängig Beschäftigten in der Zeit von 2008 bis 2016 von 80.128 auf 88.364 erhöht hat, stieg die Zahl der atypische Beschäftigten im gleichen Zeitraum von 31.405 Beschäftigten auf 39.329 Beschäftigte. „Das heißt: Nahezu der gesamte Beschäftigungszuwachs in der Jahren 2008 bis 2016 ging auf das Konto atypischer Beschäftigung“. Der Anteil atypischer Beschäftigung an den abhängig Beschäftigten hat sich im gleichen Zeitraum von 39,1 Prozent auf 44,5 Prozent deutlich erhöht: „Fast jeder zweite Beschäftigte im Kreis Bergstraße arbeitet in atypischen Verhältnissen“. Im gleichen Zeitraum hat sich zudem die Zahl der Leiharbeiter/innen von 1.021 auf 2.037 fast verdoppelt. Mehr als 70 Prozent der atypisch Beschäftigten sind Frauen.

Der DGB stellt fest, dass sicherlich viele Frauen in Teilzeit arbeiten, da sie nur so Beruf und Familie vereinbaren können. Viele Frauen möchten dagegen Vollzeit arbeiten, bekommen aber nur Teilzeitangebote, so dass viele Frauen in der „Teilzeitfalle“ hängen bleiben mit allen negativen Konsequenzen für Einkommen und Rente: „Die Rente ist der Spiegel des Erwerbslebens. Lohnarmut und Altersarmut sind in erster Linie weiblich“.

Der DGB setzt sich dafür ein, dass das sozialversicherungs- und tarifvertraglich geschützte Normalarbeitsverhältnis wieder der Normalfall sein muss. Mit Blick auf die Bundestagswahl am 24. September fordert der DGB die Ausweitung der Tarifbindung durch die Erleichterung der Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen, die Durchsetzung des Prinzips „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“ sowie die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverhältnissen: „Viele junge Menschen hangeln sich durch von Befristung zu Befristung oder von Praktikum zu Praktikum. Sie wissen oft über Jahre hinweg nicht, wo und wie sie arbeiten werden. Für ihre Lebensplanung haben sie keinerlei belastbare Perspektive und Sicherheit“, betonte Raupp. „Mit dem um sich greifenden Befristungsunwesen und der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverhältnissen muss endlich Schluss sein. Hier ist der Gesetzgeber gefordert“.

Die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverhältnissen und die Ausweitung der Tarifbindung ist für den DGB zugleich wichtig für die Fachkräftesicherung: „Die wirkungsvollste Maßnahme gegen Fachkräftemangel ist die qualifizierte Ausbildung junger Menschen, die Übernahme in unbefristetes Arbeitsverhältnis und Löhne, die jungen Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen“, betonen DGB-Kreisvorsitzender Franz Beiwinkel (Heppenheim) und DGB-Regionssekretär Horst Raupp. „Gute Löhne sind der beste Schutz vor Altersarmut. Löhne und Renten müssen für ein gutes Leben reichen“.

 


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