Deutscher Gewerkschaftsbund

02.12.2016

„Altersarmut ist eine tickende Zeitbombe, die dringend entschärft werden muss“ - DGB Odenwaldkreis fordert auf seiner Klausurtagung einen grundlegenden Kurswechsel in der Rentenpolitik und eine deutliche Erhöhung des Rentenniveaus

DGB-Regionssekretär Horst Raupp (Darmstadt), der die gewerkschaftliche Kampagne für die Bundestagswahl im Herbst 2017 vorstellte, unterstrich: „Notwendig ist ein grundlegender Kurswechsel in zentralen Politikfeldern. Dafür machen wir mit betrieblichen und öffentlichen Aktionen Druck - vor und nach der Bundestagswahl“. Zentrales Ziel des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften ist es, die Ordnung auf dem Arbeitsmarkt wieder herzustellen, Billigjobs und das um sich greifende Befristungsunwesen zurückzudrängen, die Tarifbindung zu stärken, gute Arbeit und faire Löhne durchzusetzen, den freien Fall des Rentenniveaus zu stoppen und das Rentenniveau wieder deutlich zu erhöhen. Raupp machte deutlich: „Es kann nicht hingenommen werden, dass in einem der reichsten Länder der Welt Vollzeit arbeitende Normalverdiener/innen am Ende ihres Erwerbslebens Armutsrenten befürchten müssen. Altersarmut ist eine tickende Zeitbombe mit einem enormen sozialen Sprengstoff, die dringend entschärft werden muss. Deshalb brauchen wir einen grundlegenden Kurswechsel in der Rentenpolitik. Damit insbesondere die junge Generation nicht zur Generation Altersarmut wird, muss jetzt gegengesteuert werden. Die Gewerkschaften kämpfen für gute Löhne und für gute Renten - das ist Generationengerechtigkeit.“.

Der von Unternehmerverbänden und neoliberalen Politikern geforderten Verlängerung der Lebensarbeitszeit erteilt der DGB Odenwaldkreis eine scharfe Absage: „Die Erhöhung des Renteneintrittsalters ist ein reines Rentenkürzungsprogramm, das die Altersarmut für Millionen Menschen verschärft“, so DGB-Kreisvorsitzender Harald Staier. „Schon heute schaffen es viele Arbeitnehmer/innen nicht gesund und in Arbeit bis 65, geschweige denn bis 67 oder länger. Wir wollen, dass ältere Beschäftigte selbstbestimmt, flexibel und zu fairen Bedingungen aus dem Erwerbsleben aussteigen können. Dann werden auch Arbeitsplätze frei für junge Menschen, die dringend Arbeit, Zukunft und Perspektive brauchen“.

Der DGB wird außerdem das Thema Verteilungsgerechtigkeit offensiv angehen: „Wer einen handlungsfähigen Staat will, muss für Steuergerechtigkeit und für eine höhere Besteuerung von Gewinnen, Spitzeneinkommen, großen Vermögen und hohen Erbschaften eintreten. Nur Reiche können sich einen armen Staat leisten“.


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