Deutscher Gewerkschaftsbund

15.09.2017

Im Kreis Groß-Gerau droht über 16.000 Vollzeitbeschäftigten Armut im Alter

Ein Bruttoeinkommen oberhalb dieser Grenze ist jedoch notwendig, um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen. Ursache für dieses Problem ist das Senken des Rentenniveaus, das im Jahr 2030 auf bis zu 43 Prozent absinken wird. Dann wäre fast jeder Vierte Vollzeitbeschäftigte im Kreis Groß-Gerau von Armut im Alter bedroht.

 „Wir brauchen als Allererstes eine sofortige Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus auf dem heutigen Stand von 48 Prozent. Die Rente muss endlich wieder Schritt halten mit der Entwicklung der Löhne“, betont DGB-Ortsverbandsvorsitzender Jochen Auer „In einem weiteren Schritt muss das Rentenniveau wieder deutlich angehoben werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen am Ende eines jahrzehntelangen Berufslebens für ihre Arbeit immer weniger Rente bekommen. Damit die junge Generation nicht zur Generation Altersarmut wird, muss gegengesteuert werden – und zwar jetzt! Auch die heute Jungen brauchen später eine Rente, von der sie gut leben können. Die massenhafte Rückkehr von Altersarmut muss verhindert werden“.  

DGB-Regionssekretär Horst Raupp (Darmstadt) unterstreicht: „Wir brauchen einen grundlegenden Kurswechsel in der Rentenpolitik. Das Thema darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, es muss jetzt gehandelt werden. Die Entwicklung des Rentenniveaus ist die zentrale sozialpolitische Frage. Die DGB-Gewerkschaften haben klare Anforderungen an die Rentenpolitik formuliert. Löhne und Renten müssen in einem reichen Land wie Deutschland für ein gutes Leben reichen. Dafür kämpfen wir - vor und nach der Bundestagswahl am 24. September“. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürften sich nicht in Jung und Alt spalten und gegeneinander ausspielen lassen, sondern ihre Interessen gemeinsam vertreten: „Die Gewerkschaften kämpfen für gute Löhne und gute Renten. Beides gehört zusammen. Das ist Generationengerechtigkeit“.

Der DGB Groß-Gerau stellt fest: „Die private Riester-Rente ist gescheitert, sie ist ineffizient und viel zu teuer. Die staatlichen Zuschüsse werden von den Kosten der Verwaltung und der Rendite aufgefressen, die die Versicherungskonzerne für sich abzweigen. Gerade diejenigen, die am stärksten von Altersarmut bedroht sind, können sich den nötigen Eigenanteil für die private Vorsorge nicht leisten, weil ihnen schlicht und ergreifend das Geld dafür fehlt. Deshalb muss die gesetzliche Rente gestärkt werden“.

 


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