Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 199 - 11.11.2016

Rente muss für ein gutes Leben reichen

WEITERSTADT/GRIESHEIM. Der Ortsverband Weiterstadt/Griesheim der Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG BAU) hat einen neuen Vorstand. Auf der Mitgliederversammlung in Braunshardt wurde Philipp Dietrich als Vorsitzender einstimmig in seinem Amt bestätigt, ebenso Michael Naus als Stellvertretender Vorsitzender. Als Beisitzer gehören dem Vorstand an: Georg Götz, Guiseppe Medros, Horst Schiller und Manfred Wileschek. Als Delegierte für den Bezirksverbandstag der IG BAU Rhein-Main wurden Philipp Dietrich und Michael Naus gewählt.

DGB-Regionssekretär Horst Raupp (Darmstadt) forderte einen grundlegenden Kurswechsel in der Rentenpolitik: „Zentrales Ziel des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften ist es, den freien Fall des Rentenniveaus zu stoppen, die gesetzliche Rente als zentrale Säule der Altersversorgung zu stärken und das Rentenniveau wieder deutlich zu erhöhen“. Das Rentenniveau in Deutschland lag im Jahr 1985 noch 57,4 Prozent, im Jahr 2000 bei 53 Prozent und beträgt derzeit 47,5 Prozent. „Mit der bereits beschlossenen Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent produziert die Politik sehenden Auges Altersarmut, die bis weit in die Mitte der Gesellschaft hineinreicht und mit voller Härte die jetzt noch Jüngeren trifft“, betonte Raupp. „Was da tickt, ist eine soziale Zeitbombe, die dringend entschärft werden muss. Damit die junge Generation nicht zur Generation Altersarmut wird, muss jetzt gegengesteuert werden“.

Der Forderung der Unternehmerverbände und aus Reihen der CDU nach einer Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 71 Jahre erteilt der DGB eine klare Absage: „Wer in der Fabrikhalle, im Krankenhaus, im Pflegeheim oder auf dem Bau kann überhaupt bis 65 arbeiten?“, fragte Raupp. „Bereits heute gehen viele Beschäftigte mit hohen Abschlägen in Rente, denn sie schaffen es nicht gesund und in Arbeit bis 65 geschweige denn bis 67 oder noch länger. Die Erhöhung der Lebensarbeitszeit ist ein reines Rentenkürzungsprogramm. Viele Beschäftigte gehen am Ende eines langen und harten Arbeitslebens mit Renten nach Hause, die nicht einmal das Niveau der staatlichen Grundsicherung erreichen. Das ist nicht hinnehmbar“. Der DGB will flexible Übergänge von der Arbeit in Rente durchsetzen, die den unterschiedlichen Arbeitsbelastungen, Einkommen und Lebensentwürfen Rechnung trägt: „Wir wollen, dass ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbstbestimmt, flexibel und zu fairen Bedingungen aus dem Arbeitsleben ausscheiden können, bevor sie von der Arbeit verschlissen sind. Dann werden auch Arbeitsplätze frei für junge Menschen, die dringend Arbeit, Zukunft und Perspektive brauchen“.

Mit einer groß angelegten gemeinsamen Kampagne wollen der DGB und die Gewerkschaften im Vorfeld der Bundestagswahl im Herbst kommenden Jahres für einen grundlegenden Kurwechsel in der Rentenpolitik Druck machen. „Rente muss für ein gutes Leben reichen“, betonten IG BAU-Ortsverbandsvorsitzender Philipp Dietrich und DGB-Regionssekretär Horst Raupp.


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