Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 212 - 17.01.2017

WEITERSTADT. DGB Ortsverband Weiterstadt und IG BAU fordern einen grundlegenden Kurswechsel in der Rentenpolitik.

In seinem Referat betonte Raupp: „Die finanzielle Absicherung im Alter war eine große soziale Errungenschaft in Deutschland. Im 21. Jahrhundert droht dieser soziale Fortschritt aber unter die Räder zu kommen. In einem der reichsten Länder der Welt steht die massenhafte Rückkehr von Altersarmut bevor“. Mit einer großangelegten Kampagne wollen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften die Rentenpolitik bei der anstehenden Bundestagswahl im Herbst 2017 zum zentralen politischen Thema machen. Ziel der Gewerkschaften ist es, den freien Fall des Rentenniveaus zu stoppen. Die gesetzliche Rente als zentrale Säule der Alterssicherung muss gestärkt werden. Dazu muss auch das Rentenniveau deutlich erhöht werden. Gewerkschaftssekretär Raupp machte deutlich: „Altersarmut ist eine tickende Zeitbombe mit einer enormen sozialen Sprengkraft, die dringend entschärft werden muss. Wir brauchen deshalb einen grundlegenden Kurswechsel in der derzeitigen Rentenpolitik. Die gesetzliche Rente muss gestärkt werden, damit auch die die heute noch jung und in Arbeit sind, im Alter eine Rente bekommen, von der sie gut leben können. Die Gewerkschaften kämpfen für gute Löhne und für gute Renten - das ist Generationengerechtigkeit“. Raupp verwies darauf, dass in Deutschland 73 Millionen Menschen in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind: „Für die allermeisten ist die gesetzliche Rente die wichtigste und meist auch die einzige Altersversorgung. Die Rentenpolitik und die Höhe des Rentenniveaus geht uns also alle an“. Das von sozialdemokratischen Arbeitsministerin Andrea Nahles vorgelegte Rentenkonzept bezeichnete der Gewerkschaftssekretär als völlig unzureichend, um die zunehmende Armut im Alter wirksam bekämpfen zu können“. Die vom Institut der deutschen Wirtschaft geforderte Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf 73 Jahre erteilte Raupp eine klare und deutliche Absage mit den Worten: „Haben die sie noch alle? Wer in der Produktionshalle, im Krankenhaus, im Pflegeheim oder auf dem Bau gearbeitet hat soll bis 67 oder noch länger arbeiten? Die Anhebung des Renteneintrittsalters ist ein reines Rentenkürzungsprogramm. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schaffen es schon heute nicht gesund, bis 65 geschweige denn bis 67 oder noch länger zu arbeiten“. Im Anschluss des Referats wurde von den Anwesenden noch lange diskutiert wie der DGB Ortsverband und die IG BAU die Gewerkschaftskampagne zur Bundestagswahl unterstützen kann. DGB-Ortsverbandsvorsitzender Friedrich Moter und der Ortsverbandsvorsitzende der IG BAU, Philipp Dietrich, waren sich einig: „Mit dem Sinkflug des Rentenniveaus produziert die Politik sehenden Auges Altersarmut, die bis weit in die Mitte der Gesellschaft hineinreichen wird. Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist heute schon absehbar, dass ihre Rente nicht einmal das Niveau der staatlichen Grundsicherung erreichen wird. Junge Menschen sind die dabei größten Verlierer, da die Absenkung des Rentenniveaus und die Erhöhung des Renteneintrittsalters erst nach und nach in Kraft treten. Wer vorausschauend ist, wehrt sich heute. Nicht erst dann wenn es zu spät ist. Aus diesem Grund werden wir die Kampagne des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften auch in Weiterstadt mit entsprechenden Veranstaltungen unterstützen“.           


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