Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 189 - 12.07.2016

Altersarmut: Jetzt gegensteuern! DGB Oberzent fordert deutliche Erhöhung des Rentenniveaus gerade auch für die Jüngeren.

Raupp machte deutlich: „Armut und Altersgefährdung ist längst keine Erscheinung mehr am Rande der Gesellschaft, sondern ein massenhaftes Phänomen mitten in unserer Gesellschaft“. Bei vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sei bereits absehbar, dass ihre Renten nicht über der Grundsicherung im Alter liegen werden: „Das Rentenniveau befindet sich seit Jahren im Sinkflug. Zudem haben sich der Niedriglohnbereich und das Befristungsunwesen tief in viele Erwerbsbiografien gefräst“. Mit der beschlossenen Absenkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent produziere die Politik sehenden Auges die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten: „In einigen Jahren droht in Deutschland eine massive Welle von Altersarmut. Viele Beschäftigte, die Jahrzehntelang hart gearbeitet und regelmäßig Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt haben, müssen im Alter zum Amt, um über die Runden zu kommen. Das ist nicht hinnehmbar“. Für den DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften ist die Entwicklung des Rentenniveaus die zentrale sozialpolitische Frage der nächsten Jahre. „Notwendig ist ein grundlegender Kurswechsel in der Rentenpolitik. Damit die junge Generation nicht zur Generation Altersarmut wird, muss jetzt gegengesteuert werden“. Die sogenannte „Riester-Rente“ habe sich als teurer Flop erwiesen. Zudem fehle vielen Beschäftigten schlichtweg das Geld, um die Eigenbeträge zur privaten Rentenversicherung aufzubringen. Ziel des DGB ist es, die gesetzliche Rente als zentrale Säule der Alterssicherung zu stärken, die Absenkung des Rentenniveaus zu stoppen und das Rentenniveau wieder deutlich anzuheben.

DGB-Ortsverbandsvorsitzender Lothar Löll und DGB-Kreisvorsitzender Harald Staier betonen: „Wir wollen, dass alle Menschen in Würde und frei von Armut leben können. Hungerlöhne und Armutsrenten sind eine Kampfansage an die arbeitenden Menschen“.

Der DGB und die Gewerkschaften werden das Thema Alterssicherung in den Mittelpunkt ihrer Kampagne zur Bundestagswahl stellen: „Wir setzen uns aktiv dafür ein, die Ordnung auf dem Arbeitsmarkt wiederherzustellen, Lohndumping zu bekämpfen und gute Löhne und gute Renten durchzusetzen. Von guten Löhnen und guten Renten profitieren die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer insgesamt, sowohl die Älteren als auch die heute noch Jüngeren“.

 

 


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